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Ironiepathos und Superheldenvirgins mit Mumu

DSC04888Der März textstrom poetry slam zeichnete sich durch ein äußerst klatsch- und johlfreudiges Publikum aus. Das rhiz war rappelvoll, die TeilnehmerInnenliste lang, 12 wurden gezogen, vier leider nicht. Clara Felis machte das Opferlamm und rief zum Hüpfen im Sitzen auf. Schön. Yasmin Hafedh und Markus Köhle moderierten, Jimi Lend gab den DJ und steuerte auch Auftrittsjingles bei und Jon war der Mann an den Mischpultreglern.

Tom aus Graz hatte keinen Alf-Pyjama an, aber erzählte von Manfred, dem fünfbeinigen Monster unter seinem Bett. Manfred war nett und Toms Wertung 28. Simon Tomaz las aus dem Veroarschungstagebuch eines reichen Menschen, der sich Gedanken über die Slamily macht. Schön böse und auch 28 Punkte. Maximilian Humpert vermisste wen und tischte seinen Romantischfetisch auf: 29 Punkte. Andrea begab sich bei ihrem ersten Auftritt auf Sinnsuche, thematisierte Schnelllebigkeit und Zufriedenheit und erreichte dafür 25 Punkte. Sandy Gomez fuhr gen Italien und wartete mit einem Mumu-Muschi-Text auf, ihr wisst schon, über das da unten: 28.

DSC04897Fabian Navarro thematisierte seine Herkunft und stellte klar: Ich bin keine Kartoffel, ich bin eine Patata: 30. Ulli sprach über SchülerInnen-LehrerInnen-Beziehungen und die Problematik der Bewertung: 23. Rhonda offenbarte, dass Oberflächlichkeit ihr größtes Problem ist und erntet für „Ich bin was ich bin und ich ess was ich ess“ 24 Punkte. Das Team Kirmes Hanoi pustete ein Mikro aus – nein, das war wohl Momentmal-Men mit Helfer Besonnenheitsboy und der böse Dr. Trugschluss lauerte im Hasspostig-Deepweb-Keller: 29. Mriri stellte seinen talentierten Sohn Lukas vor – kann 27 Lockrufe des Eichhörnchens – und ums Papierlochen ging’s auch, aber nur am Rande: 25. Käthl fragte: Wo bleibt denn dein Herz? Sie fragte laut und ließ eine Beschimpfungskaskade vom Stapel: 29. 378 schließlich beleuchtete den point of no return und versteckte die Tu-das-nicht-se in einer Schatulle unterm Bett: 24.  Tolle Vorrunde, sehr abwechslungsreich und das Publikum zu recht bester Laune. Jimi Lend tat das seine dazu.

DSC04895Im Finale warf Käthl die Wärmemaschine Herz an: Home is where the heart is. Kirmes Hanoi deckte eine Origin-Virgin-Story auf – oh doch! Maximilian Humpert gab sich nice und holte uns aus dem Ironieversteck hervor und Fabian Navarro schließlich gab den Ritter mit Blickfick und Anpimmeln. Maximilian gewinnt den Slambeutel voller Spenden und alle FinalteilnehmerInnen werden mit Büchern aus dem Milena-Verlag (DANKE) belohnt. Danach wurde noch schön abgezappelt und Getränkegutscheine blieben auch nicht über. Freude. Jubel. Juhui!

Heiße Nachbartipps und versaute Bettwäsche

Gulaschsuppe – Suppenschlitz – Glühwürmchen und Ehering. Vier wahllos herausgepickte Stichwörter der Vorrundentexte des textstrom Oktober Poetry Slams. Publikum wie immer zahlreich, ausdauernd und begeistert – DANKE! – PoetInnen auch wie immer zahlreich und 12 kamen dran (vier sind fix nächstes Mal dabei).
Mieze Medusa und Markus Köhle moderierten und die aktuelle, frisch-gebackene Ö-Slam-Championess Yasmin Hafedh peitschte als vorbildliches Operlamm die Stimmung  ein. 1001 Liebe dafür!

Andi Petö stellte als Nummer 1 die Mantelfrage und thematisierte Standardabonnenten. Io! gab Herzdialoge über ein zuschlagendes Herz zum besten. Stichwort: Alleinsamkeit. Jahson The Scientist – Stichwort: Chuck Burried – fragte, wer Angst vorm schwarzen Mann hat, Nicolas wiederum sah grau, Herren in Grau sonderzahl, Atomkraft blieb als Kurzzusammenfassung.
Walter Johannes reimte über ein Besteckbattle, ein Klomuschelgetuschel und eine Klapperstorchbescherung – Klapperdiklo! Adina thematisierte das Anderssein und fragte: Wer sagt, dass du nicht wichtig bist? Also: Ärmel hochkrempeln! Dafür gab’s 33,5 Punkte und einen Finalplatz. Yannick hatte einiges über seine Ex zu sagen, empfahl no more hugs und gab eine Lebensweisheit seiner Oma preis.
Alice schlüpfte gleich in mehrere Rollen, spielte u. a. pumperl zua und zauberte eine Stimmung ins rhiz, dass es die reinste Freude war: mit 36,5 Punkten Höchstvoting der Vorrunde. Kathrin Kolleritsch schwebte in Metaphorik und gab sich die Kugel für den Startschuss. Das war feinste Herbstmelancholie in Textform. Christian „Schreibi“ Schreibmüller wusste allerlei Erhellendes und Betrübliches über „Den Anen“ und „Den Anderen“ zu berichten und erntete dafür viel Applaus und mit 34 Punkten ebenfalls einen Finalplatz.
Pascal Optional ließ eine Fabel vom Stapel, in der ein gewisser Gaulhof und die Maulwurfmafia wesentliche Rollen spielten und mit der Nummer 12 nahm dann noch Florian Supé Anstoss und dribbelte leichtfüßig mit seinem Text über das „Alles-richtig-machen“ im Beziehungskontext und 34 Punkten ins Finale. Pause und Musik von DJ Wisdom.

Im Finale hatte Adina Adrenalin zu bieten,  Florian kompromisslose Trash-Prosa, Schreibi weitere Details des Anen und der Anderen und Alice schoss mit ihren Rassismusvariationen den Vogel ab – Höchstvoting! Grandiose Siegerin. Florian auf Platz 2. Adina auf der 3 und Schreibi am Blechplatz. Jubel – Trubel – Heiterkeit bis in die Morgenstunden. DJ Wisdom und all den Tanzenden SlammerInnen sei Dank! Schön war’s.
Bis zum nächsten Mal. Es freut sich: Euer Papa Slam m.


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Regenbogenblumenzucht

DSC06862Klar, im Februar ist nichts wichtiger, als ein sonniger Slam. Klar, im Februar kann man die Schnauze voll haben von nass, kalt, klamm, feucht. Aber es gibt ein Heilmittel: POETRY SLAM. Und ja, dass dem so ist, wissen viele. In Scharen, in Massen, in Meuten, in Horden kamen sie, die Publikümmer und versüßten sich gegenseitig den Abend. 12 PoetInnen traten an – das ist schön und gut, weil so kamen alle dran und zwei waren auch richtig lange und ausdauernd angereist.

Slammama Mieze Medusa weilte in Hamburg. Clara Felis und Markus Köhle übernahmen und freuten sich auf: Marlene Prinz, Bo Wimmer, Christian Ritter, Robin, Facilis, El Awadalla, Simon Tomaz, Die Koseschimpfer, Osama, Synonym, Nicolas und Adrian.
Mit einer Ode an den Schlaf den Slam zu beginnen ist natürlich super! Lieber Schlaf, du fehlst mir! Stichwort Morgenstund. Danke Marlene (19 Punkte). Danach lieferte Bo Wimmer eine Ode an das Slammer-Dasein und outete sich als Allgäuer Milchkuh mit Flaterate-Vodka-Geballere-Affinität. Logisches Stichwort: Bahnbrechend (28). Damit war die Latte hoch gelegt und der nächste Gast folgte. Christian Ritter referierte über das Risiko zu sterben. Erwähnte schöne Worte wie „Bauchwegrüttelgürtel“ und das Publikum fasste mit „rotes Fleisch“ zusammen (24). Der mit dem lautmalerischen Namen heißt Robin und brachte acht Texte – toll! DSC06851
Darunter en Jesus-Diss und einmal Kurzprosa. „Kein Bock!“ (24). Dann Facilis mit dem „SWAG“ über dumme Kinder und Ausstrahlung (21). El Awadalla brachte Auszüge aus ihrem neuen Projekt AKH-Dialoge. Ich schreib nur: „Um ochte nüchtern!“ (21).

Dann war es an Simon Tomaz mit seinem Dopplertext die Menge zu rocken. „Was passiert, wenn dich ein Krieg kriegt. Und wo krieg ich dann ein Heer her?“ Der „Kein Kontext Text“ fuhr das Höchstvoting der Vorrunde ein (29). Ich will „heute die RedakteuerInnen von Heute häuten!“ – JUHUI!!!
DSC06870Danach hatte es das neu formierte Team „Die Koseschimpfer“ schwer. Ein Dialog von Kinski und Ranicki , viele Ks und 21 Punkte. Osamas Rumlauftext erdete die Menschen wieder – Erdbeerkuchen und 25 Punkte dafür. Synonym rappte auf englisch: we stick together like cow, milk and chadder – „bling! bling!“ (19). Nicolas machte sich Gedanken über Hipsterbärte und 1. Welt-Probleme (Terroristen, 24) und schließlich der Junge mit der Regenbogenblumenzucht, der Sternschnuppenverschießer – Ach, wenn ich doch bloß Flügel hätt‘ (28).
FINALE: Osama mit Oooohhh! Adrian mit Betthupferl. Bo mit Schafprinzessin und Simon mit Waterworld.

Die Drittplazierten: Adrian „Mein Bett riecht noch“ und Osama „Kann sein ein Anfang“
Der Zweite: Simon „Zukunftsprotokoll“  Tomaz
Der Sieger des textstrom Poetry Slam im Feber 2013:
„Man hat Zugbindung“ BO WIMMERDSC06880

MYLF flugzeugelt zum Höchstvoting

Den Oktober textstrom Poetry Slam haben MYLF für sich entschieden. Sechs Mal die 8 macht (nach Streichung zweier Achten) 32 für: Europa ist ein Flugzeug mit näselndem Kapitän. Sevi erslammte sich mit einem Text über Individualismus, Fernsehlosigkeit und Mainstream 29 Punkte, Platz zwei und eine Flasche Whiskey. Und den dritten Platz (26 P.) belegte Christian „Schreibi“ Schreibmüller mit drei Gedichten über das Alt sein, die Existenz und den Allerheiligen Platz.
Das rhiz war angenehm voll, im Publikum tatsächlich noch Slamneulinge und auf der Bühne gab es auch einige Premieren. Clara Felis gab die Operlämmin und rief auf, die Gegenwart zu umarmen. Den Anfang machte & Radieschen Mastermind Andi Plammer, Stichwort: Altersschwaches Geschlecht (25). Gefolgt von Frieda Paris (Stranger Richard, 19 P) und MYLF (Pieps, 30). Insgesamt waren 11 Teilnehmende am Start, also 12 Poetinnen und Poeten, deshalb Voting nach den ersten dreien und dann immer nach zweien.
Eleonore ging auf die Jagd (Reh) und erbeutete 24 Punkte. Sevi berichtete vom Sparen und seiner Oma (Schmalz, 26), Michael vom Schweinchensex (Straßenbahn, 20) und Christian Voltätsch von Sehnsucht und Liebe (Loveletter, 17). Christian „Schreibi“ Schreibmüllers Bewusstseinsverschleuderungstext (Heb ab!) hievte ihn mit 28 Punkten ins Finale. Simon Tomaz verpasste dieses mit 25 Punkten und einem Text über sehr literarische Frauengeschichten und einer Fülle von Buchtiteln () nur knapp, Woyzek groovte in Spokenword-Manier über Kunstdiebstahl (New York) zu 22 Punkten und Wolf Morrison fuhr als letzter der Vorrunde mit seinen Texten über Sido und das Heinzelmännchen sowie Sex ebenfalls 22 Punkte ein. Somit war das Finale klar, kurz und knackig: Sevi – Schreibi – MYLF
DJ Bachus
machte österreichischen HipHop für uns und das Publikum zeigte sich sehr tanzfreudig. Schön war’s, bis November, Punkt. Schluss: Markus K.

Und noch ein paar wackelige Fotos! Danke fürs Mitfeiern!
Zum Flickr-Fotoalbum!
Sevi, Team MYLF bei textstrom Poetry Slam Wien