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Apfelstrudel ist hammerstark, Giovanni! – textstrom, 19. Februar 2022

Es war wieder Zeit für den Textstrom Poetry Slam in der Brunnenpassage. Es gab zehn Poet*innen und ein volles Haus mit aus dem Winterschlaf erwachenden Stimmung. Schön. Moderiert wurde von Katharina Wenty und Clara Felis.

textstrom Februar 2022

Unser featuered Artist war Robert Isaf, eigentlich aus Atlanta aber derzeit in Halle und gerade in Wien. Stichworte für die zwei Texte waren schwer zu finden, was blieb: be a star, I am an Omen, all living is written, raise and shine and never regret, I know a story, I recollect the details…

Eröffnet wurde der Slam im Feber von Valentin Steinerberger, der sich ebenfalls die Frühlingsgefühle zu Herzen genommen hat und das Publikum mit auf die Reise in die erwachende Natur gemacht hat. 8 Punkte.

Nora Hasan beschreibt in ihrem Text, dass Ausländer nicht willkommen sind und dass unpolitisch sein bedeutet, diese Meinung zu unterstützen. Dabei wird vergessen woher der Reichtum kommt. Letztendlich fehlt es an Dialog, um Brücken zu bauen. 12 Punkte.

Leonie May hat sich Songzitate vorgenommen und daraus einen Text gebastelt. Es geht um Gleichberechtigung, darüber was die Frau wirklich will und nicht angenommen wird was gewollt wird. Sollte wer unsicher sein, einfach fragen. 13 Punkte. → Finale!

Miriam ist in ihrem Zimmer und begibt sich auf eine Reise. Dabei verlangt ein Elefant Ausweispapiere und das Gesicht wurde im Badezimmerspiegel vergessen. Du findest das absurd, dabei ist es nur eine Einladung sich philosophisch damit auseinander zu setzen. 9 Punkte.

Sisi Tears ist wertvoll. You are worthy with all your doubts, you are worthy for the person who you are with your hights and fears. You are worthy. 13 Punkte. → Finale!

Bernhard Laufer deklamiert ein One Hit Wonder. Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Auch die Seiten, die ich nicht mag. Ohne dich gehts nicht. Dankbarkeit über das Gegenüber. 9 Punkte.

Engin war beim Dialekt Poetry Slam, dabei weiß er nicht, ob er einen Dialekt spricht oder Akzent. Er ist ein wiener Türker. Oder türkischer Wiener. Er ist beides. Denn was macht einen Mensch aus, einen Wiener. 15 Punkte. → Finale!

Cenet Weiß hat einen Traum, der kein Ablaufdatum hat. Der ein Papierflieger ist und beim Pfarrer in der Suppe landet und worauf steht, du wirst geliebt. Mein Traum geht mit den Kindern auf die Wiese anstatt zum Flachbildschirm. Mein Traum träumt die Welt ein bisschen besser zu machen. 12 Punkte.

Angy hat sich spontan noch entschlossen mitzumachen. Es steht der Mond am Himmel. Magst du fühlen und sehen. Es gibt die Masken ringsum. Hilferufe gibt es von überall, doch wer hört sie. Der Mond steht am Himmel. 11 Punkte.

Noras Text sind Fenster und Vorhänge in ihre Welt. Sie öffnet ein paar und lädt uns ein zu staunen und zu lauschen. Vor dem Fenster gibt es Schnee, der barfuss ergangen wird. Und sie geht und geht für immer. Es gibt Schneekristalle in Arezzo und eine leichfüssige Frauenstimme. Der Zirkus hinterlässt eine trübe Wiese. Ich gehe zu Fuß nach Helsinki, wie lang dauert das. Und nach Bregenz, rückwärts. 10 Punkte.
Pause.
Wir können mit Getränken draußen stehen. Wie schön und angenehm.

Finale.

Zunächst featured Robert Isaf ein weiteres Mal. Wieder zwei Texte über unterschiedliche Welten und auch den Libanon. Wo beginnen die Mythen, wo hören sie auf, wer verlässt sich auf sie, wer verändert sie.

Das richtige Finale wird dann mit Schlüsselgeklimper, Schenkelklopfen, Bodenstampfen und Applaus begonnen:

Leonie May bedankt sie bei ihrer Mama und hofft, dass sie als Tochter eine ähnlich wichtige Rolle spielt für sie spielt. Stichwort: Hammerstark.
Sisi Tears erzählt uns ihre 10 Lifehacks, dabei bleibt sie lieber am Boden und möchte lieber einfach sein, als irgendwem gefallen zu wollen. Stichwort: Einfach sein.
Engin sitzt bei einem Sonnenuntergang mit einer ehemaligen Schulkollegin. Sie haben sich seit langem wiedergetroffen und treffen sich immer mehr und die Frage ist: ist da mehr? Fortsetzung folgt. Stichwort: Was Apfelstruder, Giovanni?

Das Publikum applaudierte und die Moderation hörte folgendes Ergebnis:
Der Sieger des Abends heißt Engin! Und er bekommt einen Fixstartplatz für die Stille Post Ausgabe im März. Wir haben zwei wunderbare zweitplatzierte: Leonie May und Sisi Tears. Wir haben viele weitere wunderbare Poet*innen gehört, die wir alle wieder hören wollen.
Danke liebe Brunnenpassage!
Wir kommen wieder und freuen uns schon darauf am 19.03.!

Hui, textstrom im Pandemie-Jänner 2022

Es darf wieder geslammt werden. Es darf wieder getrunken werden (schön brav vor der Tür). Es sind alle geimpft und getestet. Es sind alle froh, dass es im Jänner 2022 einen Textstrom-Poetry-Slam in der Brunnenpassage gibt. Mama und Papa Slam moderieren und Elif Duygu featured. Was für ein Start ins neue Slamjahr.

textstrom Poetry Slam - Januar 2022

Sieben Poet*innen sind am Start und den Anfang macht Fili Vanilli, den wir unter anderem Namen schon öfter auf der Bühne begrüßen durften. Er bringt Waldviertel- und Wienerfahrung mit, verarbeitet Großstadtgeräusche und Großstadtgerüche und kontrastiert sie mit der Landstille. The city is just a huntingground. Nice!
Kathi Forstner läuft. Der Startblockblick ist nach vorne gerichtet. Es geht hier definitiv um mehr als Sport. Es geht sich sogar ein zweiter Text aus mit Wochenfrühstücksbrösel, Wohnungs-Stillleben und Vaterspuren. Sportlich poetisch!
Leonie May stellte auch fest, dass da Leben ganz schön schnell läuft, dass sie sich ganz schön überfordert fühlt und jetzt endlich das Gute will. Recht so!
Miriam liest Einträge aus dem persönlichen Sexismuserfahrungsregister. Es geht um Grenzüberschreitungen unterschiedlicher Art, die sich leider noch immer ständig wiederholen. Eindringlich!
Fanny Famos bietet Einblicke in ein Familienleben. Für den Vater jeden Tag dreimal Sonntag, für die krankenpflegende Mutter seit Monaten Dauerstress. Klatschen für die Aufrechten!
Omia Rose entlässt ein fünfstufiges Insektarium in den Raum. Julitage und Julinächte im Jänner. Da schwirren die Libellen, da summen die Bienen, da kommen sogar junge Katzen vor. Tierisch gut.
Jasmin Gerstmayer stellt uns ein paar ihrer Identitäten vor und hat einen hehren Wunsch: Schön wärs, wenn die inneren Identitäten mal was Sinnvolles täten. Schön.

Wir haben ein Finale, das wiederum von Elif eingeleitet wird. Sie gesteht: Ja, ich bin ein Lauch. Wir gestehen: Wir mögen Lauch und wir mögen Elif.
Omia Rose will schweben und beschwört die schwerelose Stille.
Fili Vanilli schenkt uns sunny mother moments die den dusty clouds trotzen.
Leonie May lässt ihr altes Ich aufleben, um das Neue in besseres Licht zu rücken.
Kathi Forstner nimmt uns mit in ihrem Gedankenkarussell, ja, der Kopf macht lustige Dinge und wir wollen mehr davon. Das Publikum ist der Meinung: Kathi Forstner ist eine würdige Jänner-Textstrom Siegerin.
Wir danken dem gesamten Brunnenpassagen-Team und freuen uns auf den Feber-Textstrom.
Mit fröhlichem Juhui – Papa Slam Markus