Samstag, 18. Juni 2022

Textstrom

Ein hochkarätiges Feld und gleich zwei Teams. Der Juni-Textstrom war mehr als wertvoll und speziell.
Basquel legte los mit Herkunft und Zukunft und Dazugehörigkeitsgefühl. Es ging um Verständnis und Akzeptanz und schon mal schön in den Abend.
Dann eine Team-Premiere: Merhaban (Mike Hornyik und Elif Duygu) thematisieren sehr anschaulich Selbstzweifel und Angst und lassen eine sehr fiese innere Stimme zu Wort kommen.
Elena Sarto berichtet von unangenehmen Erfahrungen in der U-Bahn, auf der Tanzfläche, im Schwimmbad. Es geht um übergriffige Handlungen und Blicke.
Brave reklamiert fehlenden Rhythmus und fehlendes Taktgefühl im Leben vieler. Es gehört einfach mehr getanzt, auch aus der Reihe.
Katrin Butt strahlt innerlich, bewegt sich in anderen Dimensionen, kann fliegen, tanzen und lieben und ruft zum Mutigsein auf.
Sebastiano ist mutig und sorgt für raumergreifende Erfrischung, es geht irgendwie um einen Buchclub und Nudelbox-Verbundenheit und sein Text führt ihn dabei auch aufs Brunnenpassagen-Klo.
Emil Kaschka hat ein Trauma zu bewältigen: Die Blase voll, die Köpfe leer, Bundesheer. Der Tiroler-Dialekt bringt ihm sogar Mehrsprachigkeitspunkte ein.
MYLF wissen, dass nicht jede Veränderung ein Meilenstein und dass die Zukunft den Menschen zumutbar ist. Es geht um Ungleichbehandlung und – ja – Bienien!
Deadalus Chaos versteht was von Body Posing und breitet seine Stimme für uns aus. Das hat wohligen Predigercharakter: In the name of poetry!
Monika schließlich thematisiert die Porfilperfektheit und die Persönlichkeitspreisgabe und die Gunst des Chattens.
Laut Punkte hätten es Daedalus Chaos, MYLF, Emil Kaschka, Elena Sarto und Merhaban ins Finale geschafft, MYLF verzichten und schreiben wohl bald einen neuen Text.
Daedalus „I run this place“ Chaos beginnt, Emil Kaschka macht auf Shakespear reloaded, Elena Sarto geht in der Lockdwonleere auf und wird mal was Großes und Merhaban (Privilegienboy und Worldwoman) offenbaren Fensterblicke und unterschiedliche Perspektiven.
Elena Sarto gewinnt den Juni textstrom Poetry Slam und somit auch die Sieger*innen-Ananas des Abends und wir lassen den schönen Abend am Yppenplatz ausklingen und freuen uns schon auf den nächsten textstrom im Herbst.

Weltliteraturauffrischung am laufenden Band! – Textstrom am 23. April 2022

Der Textstrom Poetry Slam wird 18 und wie feiern wir das? Mit einem ganz normalen „Offene-Listen-Slam“ ganz old school. Anmeldungen gab es sehr, sehr viele, gekommen sind dann nicht alle, die gezogen wurden, aber es waren Poet*innen vor Ort, die gerne die freigewordenen Plätze belegten. Publikum war auch da und es war gut gelaunt. Also alles nach Wunsch beim 18-Jahre-Jubiläum in der Brunnenpassage. Mama und Papa Slam Mieze Medusa und Markus Köhle moderierten und erklärten tatsächlich die Regeln. Mike Hornyik fungierte als Featured Poet und holte gleich jede Menge „Ooohs“ vom Publikum ein. Ein neuer Text. Es geht um toxischen Scheiß in Filmen, um die Darstellung von Liebe und Romantik in Weltliteratur und Mainstreamkino. Da wurde uns allen nicht nur ums Herz warm. Lara Marmsoler war eine der nachgerückten Poet*innen und sinnierte darüber, wie toll das Leben als Katze doch wäre, zwei Wochen horny as fuck, dann wieder gut. Ja, Katzenleben haben Vorteile. Ein Text wie eine Streicheleinheit. Als zweites kamen dann „An Spritzer, bitte“ auf die Bühne, ein neues Team bestehend aus Tamara Stocker und David Samhaber. Prokrastination und der innere Schweinehund Willi waren das Thema. Mehr mitfühlen geht kaum und Wasserkocher entkalken wohl erst im nächsten Leben, Finaleinzug heute. Lena Weiss lieferte ein fulminantes Poetry-Slam-Debüt ab und ließ uns wissen, dass Liebe die Droge der Drogen ist und dass sie süchtig danach ist. Ja, Frühlingsgefühle! Das Wetter wehrt sich noch, aber es wird schon werden. Es wird schon wärmer werden. Naaki beehrte uns auch zum ersten Mal und beschwor drei der vier Elemente. Sie entführte uns in die Wieg der Natur, ließ uns die Stille der Wellen hören, die Ruinen der Zeit erblicken und stellte uns den Wind als Freund vor. Sebastiano & Nelson bildeten diesmal ein Team und hatten über Probleme beim Testen, mit Masken und Regeln zu berichten. „Corona, so samma“ war das Wiederholungselement. Ma Adler machte Fehlervermeidung im Kontakt mit Randgruppen zu ihrem Thema. Es ging um Barrierefreiheit, einfache Sprache und Integration. Hedwig war schon oft beim Textstrom, stand da aber bisher immer hinter der Bar und versorgte uns. Diesmal nützte sie die Gunst der Stunde, übernahm einen der freigewordenen Startplätze und begeisterte uns alle mit ihrem Text gegen Kriegsmobilisierung und für friedliche Konfliktbewältigung. Mit dem Stichwort „Tamponbrücken“ zog sie verdient ins Finale ein. Elif Duygu mag ihr Spiegelbild und glaubt, sie ist ein Hollywoodstar. Es geht um Vaterkonflikte und die best mum ever und wir wissen nun, dass Elif eine „Anti-Zweifel-Playlist“ hat. Elif, „Du bist gut genug“ fürs Finale. Simon Tomaz schließlich erfüllt den Bildungsauftrag der Vorrunde. Sechs Klassiker der Weltliteratur aufgefrischt und umgepudert. Von der Bibel bis zu Jandl, vom Dick-Pick des Dorian Gray bis zum Fehlurteil Kafkas. Ach, hätten wir doch auch so einen guten Deutsch-Lehrer gehabt. Höchstwertung und natürlich Finaleinzug. Sehr gut! Pause. Das Finale eröffnete wieder Mike Hornyik und stellte klar, was alles okay ist und was gar nicht geht. Gewalt niemals! Der Text der Stunde. Mama und Papa Slam sind sehr zufrieden mit ihrem Jubiläums-Opferlamm (das natürlich ein Featured Poet ist:). Elif macht klar, dass sie ein Teil von diesem Land namens Österreich ist. Stichwort: „Haxn“. Hedwig tanzt mit Gemüsefischgeschmeidigkeit in den Morgen und scheut auch vor Knollenblätterpilzberauschung nicht zurück. Stichwort: „Thron“. An Spritzer, bitte! stellen fest, dass früher alles schlimmer war. Jetzt wissen wir es besser, was leider nicht automatisch heißt, dass wir es besser machen, wofür die Schwurbler und Meinungsfreiheitskämpfer auf FB der beste Beweis sind. Stichwort: „Mahnfred“. Simon Tomaz schreib den nahenden Schulschluss herbei und lässt uns hinter die Kulissen blicken, wie ein Schulschluss-Online-Konzert für Schülerinnen und Schüler organisiert wird. Eine Amtsstuben-Groteske bester Güte. Stichwort: „Pizzeria und Jausen“ Und wer gewinnt? ELIF. Elif holt sich das „Ich lese, bis ich verwese“-Sieger*innen-Sackerl der Bestattung Wien und verweist das Team An Spritzer, bitte! auf den zweiten Platz. Es gibt Bücher und DUMs für alle und der nächste Textstrom findet am Samstag, den 28. Mai 2022 um 20 Uhr statt. Mama & Papa Slam sagen Danke und Po-po-po-poetry Slam, Oida!

Nothing in Common (Christine Teichmann & Wittrich) - Foto von Katharina Wenty

Gemeindebau-Dance-Moves und Kneissl-Knicks – TEXTSTROM 19. März 2022

Im Ernst-Happel-Stadion tanzen 40.000 für den Frieden, in der Brunnenpassage wird auch ein Statement gegen den Krieg gesetzt: Nothing in Common (Christine Teichmann und Wittrich) eröffnen den textstrom-März-Poetry-Slam mit einem Text zum allgegenwärtigen Thema Krieg. Klar, gibt es unterschiedliche Seiten, aber Krieg ist nie eine Lösung.

11 Poet*innen sind auf der Liste, es kommen alle dran, es sind viele zum ersten Mal dabei. Das macht es für uns alle spannend. Ein Neuling beginnt:
Nelson Okorie erntet das Stichwort „lohnt es sich?“ das sich auf falsches Lächeln und vieles Andere beziehen kann. Premiere überstanden, weitermachen!
AnnAir ist mittlerweile schon ein alter Slam-Hase und weiß zu berichten, dass es nicht die Masken sind, die uns alle den Atem rauben, sondern eine lange List von Ungeheuerlichkeiten, Bienensterben und Eisschollenschmelze ist nur eine Zeile davon – ab ins Finale!
Leonie May beschwört Freundebuchphantasien und offenbart sich veränderndes Lieblingsessen, auch Hobbys ändern sich: von Gummitwist zu Sauerteigmeditation. Da berührt und führt ebenfalls ins Finale.
BlueBrownie ruft dazu auf, auf der Suche nach uns selbst, einander nicht zu vergleichen, aber das Persönliche zu öffnen. Guter Rat und guter erster Auftritt. Bis zum nächsten Mal!
Sebastiano Cotreneo hatte schon ein Bild, wie der Auftritt ablaufen würde, er vertextet die Umgebung und die konkrete Gegenwart und schaut auch schon in die mögliche Zukunft. Wir freuen uns darauf, wenn er auch in Zukunft mit dabei ist. Das gilt auch für die nächste Erstauftretende:
Alea. Habibi, mit dir ist alles schön. Alea stellt sich Liebe leicht vor und süß, wie die Vergleiche im Arabischen. Ein Text wie Honigbrot mit Würfelzucker.
BraVe gab die Tinderella, das Tinder-Bot-Schöne und das Tinder-Bot-Biest. Sie wünschte sich den Zeitgeist zurück in die Flasche und stellte klar, wer, wenn schon Fee, die wahre Fee ist: es sind Toffifee und Kaffee. Wie wahr, wir sind der Meinung: BraVe gehört ins Finale!
Linda Meisel legt einen beeindruckenden Erstauftritt hin. Sie hat Gemeindebau-Dance-Moves drauf, sie ist gegen Anpassung, fürs Anderssein und Neue-Dinge-Ausprobieren. Das macht sie hoffentlich demnächst wieder: im Leben und auf der Slam-Bühne.
Jasmin Gerstmayr spricht über zwei unmögliche Beziehungen: Bauchgefühl und Gehirn sowie Putin und Kneissl. Es woar nuar a Knicks und 50.000 Euro Ohrringe. Schön wie das Wort „Traumlandverweilchen“.
Milan Loewy nahm die Hürde des Erstauftritts so locker, wie er sonst drei Zebrastreifen auf einmal nimmt. Er berichtet von seinem Exo-Skelett, dem Trainingsanzung, der seine Alltagsrüstung und Liebe ist und der aus Liebe schon mal ein Jahr nicht gewaschen wird, dafür aber in der Mikrowelle landet. Wir freuen uns auf Mehr Loewy-Alltag.
Mike Hornyik beschließt die Vorrunde mit einer Liste von Dingen und Verhaltensweisen, die eh noch okay sind, stellt dem gegenüber, was nicht okay ist und was nicht nur nicht okay, sondern niemals zu tolerieren ist. Das ergibt in Summe die perfekte Dramaturgie. Vom Krieg-Text von Nothing in Common zum alles zusammenfassenden Text von Mike. Eine rundere Vorrunde ist kaum denkbar und Mike ebenfalls im Finale.

Da stimmt NiC andere Töne an. Es geht um Aufklärungsgespräche mit Seitenwechsel. Es geht um Socken, die besser ausgezogen werden sollten und Dinge, die Kinder von den Eltern nicht hören wollen.
AnnAir wiederum würdigt Wolfgang Ambros, der ja grad 70 wird und hat eine skurrile Übersetzung eines Austro-Pop-Klassikers angefertigt: Ein Hoch auf die Hauptnekropole, Paukenschlag.
Leonie May schwelgt in Erinnerungen an Großelterntage, an Tage, wie damals, an Genusstage, wie diese, die einem zu dem machten, was man ist.
Mike Hornyik entdeckte das Moos in sich, also seine Moosseite, die leicht überfordert, aber sehr unterhaltsam ist: Gib Regen, Oida, wos is?!
BraVe trat eine Zugreise mit schwerem Gepäck an. Das Gepäck ist mehr ein Inneres. Das Spielen von „Ich seh, ich seh, was du nicht siehst“ hilft auf die Sprünge dabei, zu sehen, wie man ist und sein möchte.
Und wer gewinnt die „Da ist ein Haar in meinem Handke“-Tasche? BraVe! BraVe ist textstrom-Siegerin im März 2022. Gratulation und auf ein Wiedersehen im April!

Der Nachbericht ist von Markus Köhle, die fantastischen Fotos von Katharina Wenty!

Apfelstrudel ist hammerstark, Giovanni! – textstrom, 19. Februar 2022

Es war wieder Zeit für den Textstrom Poetry Slam in der Brunnenpassage. Es gab zehn Poet*innen und ein volles Haus mit aus dem Winterschlaf erwachenden Stimmung. Schön. Moderiert wurde von Katharina Wenty und Clara Felis.

textstrom Februar 2022

Unser featuered Artist war Robert Isaf, eigentlich aus Atlanta aber derzeit in Halle und gerade in Wien. Stichworte für die zwei Texte waren schwer zu finden, was blieb: be a star, I am an Omen, all living is written, raise and shine and never regret, I know a story, I recollect the details…

Eröffnet wurde der Slam im Feber von Valentin Steinerberger, der sich ebenfalls die Frühlingsgefühle zu Herzen genommen hat und das Publikum mit auf die Reise in die erwachende Natur gemacht hat. 8 Punkte.

Nora Hasan beschreibt in ihrem Text, dass Ausländer nicht willkommen sind und dass unpolitisch sein bedeutet, diese Meinung zu unterstützen. Dabei wird vergessen woher der Reichtum kommt. Letztendlich fehlt es an Dialog, um Brücken zu bauen. 12 Punkte.

Leonie May hat sich Songzitate vorgenommen und daraus einen Text gebastelt. Es geht um Gleichberechtigung, darüber was die Frau wirklich will und nicht angenommen wird was gewollt wird. Sollte wer unsicher sein, einfach fragen. 13 Punkte. → Finale!

Miriam ist in ihrem Zimmer und begibt sich auf eine Reise. Dabei verlangt ein Elefant Ausweispapiere und das Gesicht wurde im Badezimmerspiegel vergessen. Du findest das absurd, dabei ist es nur eine Einladung sich philosophisch damit auseinander zu setzen. 9 Punkte.

Sisi Tears ist wertvoll. You are worthy with all your doubts, you are worthy for the person who you are with your hights and fears. You are worthy. 13 Punkte. → Finale!

Bernhard Laufer deklamiert ein One Hit Wonder. Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Auch die Seiten, die ich nicht mag. Ohne dich gehts nicht. Dankbarkeit über das Gegenüber. 9 Punkte.

Engin war beim Dialekt Poetry Slam, dabei weiß er nicht, ob er einen Dialekt spricht oder Akzent. Er ist ein wiener Türker. Oder türkischer Wiener. Er ist beides. Denn was macht einen Mensch aus, einen Wiener. 15 Punkte. → Finale!

Cenet Weiß hat einen Traum, der kein Ablaufdatum hat. Der ein Papierflieger ist und beim Pfarrer in der Suppe landet und worauf steht, du wirst geliebt. Mein Traum geht mit den Kindern auf die Wiese anstatt zum Flachbildschirm. Mein Traum träumt die Welt ein bisschen besser zu machen. 12 Punkte.

Angy hat sich spontan noch entschlossen mitzumachen. Es steht der Mond am Himmel. Magst du fühlen und sehen. Es gibt die Masken ringsum. Hilferufe gibt es von überall, doch wer hört sie. Der Mond steht am Himmel. 11 Punkte.

Noras Text sind Fenster und Vorhänge in ihre Welt. Sie öffnet ein paar und lädt uns ein zu staunen und zu lauschen. Vor dem Fenster gibt es Schnee, der barfuss ergangen wird. Und sie geht und geht für immer. Es gibt Schneekristalle in Arezzo und eine leichfüssige Frauenstimme. Der Zirkus hinterlässt eine trübe Wiese. Ich gehe zu Fuß nach Helsinki, wie lang dauert das. Und nach Bregenz, rückwärts. 10 Punkte.
Pause.
Wir können mit Getränken draußen stehen. Wie schön und angenehm.

Finale.

Zunächst featured Robert Isaf ein weiteres Mal. Wieder zwei Texte über unterschiedliche Welten und auch den Libanon. Wo beginnen die Mythen, wo hören sie auf, wer verlässt sich auf sie, wer verändert sie.

Das richtige Finale wird dann mit Schlüsselgeklimper, Schenkelklopfen, Bodenstampfen und Applaus begonnen:

Leonie May bedankt sie bei ihrer Mama und hofft, dass sie als Tochter eine ähnlich wichtige Rolle spielt für sie spielt. Stichwort: Hammerstark.
Sisi Tears erzählt uns ihre 10 Lifehacks, dabei bleibt sie lieber am Boden und möchte lieber einfach sein, als irgendwem gefallen zu wollen. Stichwort: Einfach sein.
Engin sitzt bei einem Sonnenuntergang mit einer ehemaligen Schulkollegin. Sie haben sich seit langem wiedergetroffen und treffen sich immer mehr und die Frage ist: ist da mehr? Fortsetzung folgt. Stichwort: Was Apfelstruder, Giovanni?

Das Publikum applaudierte und die Moderation hörte folgendes Ergebnis:
Der Sieger des Abends heißt Engin! Und er bekommt einen Fixstartplatz für die Stille Post Ausgabe im März. Wir haben zwei wunderbare zweitplatzierte: Leonie May und Sisi Tears. Wir haben viele weitere wunderbare Poet*innen gehört, die wir alle wieder hören wollen.
Danke liebe Brunnenpassage!
Wir kommen wieder und freuen uns schon darauf am 19.03.!

Hui, textstrom im Pandemie-Jänner 2022

Es darf wieder geslammt werden. Es darf wieder getrunken werden (schön brav vor der Tür). Es sind alle geimpft und getestet. Es sind alle froh, dass es im Jänner 2022 einen Textstrom-Poetry-Slam in der Brunnenpassage gibt. Mama und Papa Slam moderieren und Elif Duygu featured. Was für ein Start ins neue Slamjahr.

textstrom Poetry Slam - Januar 2022

Sieben Poet*innen sind am Start und den Anfang macht Fili Vanilli, den wir unter anderem Namen schon öfter auf der Bühne begrüßen durften. Er bringt Waldviertel- und Wienerfahrung mit, verarbeitet Großstadtgeräusche und Großstadtgerüche und kontrastiert sie mit der Landstille. The city is just a huntingground. Nice!
Kathi Forstner läuft. Der Startblockblick ist nach vorne gerichtet. Es geht hier definitiv um mehr als Sport. Es geht sich sogar ein zweiter Text aus mit Wochenfrühstücksbrösel, Wohnungs-Stillleben und Vaterspuren. Sportlich poetisch!
Leonie May stellte auch fest, dass da Leben ganz schön schnell läuft, dass sie sich ganz schön überfordert fühlt und jetzt endlich das Gute will. Recht so!
Miriam liest Einträge aus dem persönlichen Sexismuserfahrungsregister. Es geht um Grenzüberschreitungen unterschiedlicher Art, die sich leider noch immer ständig wiederholen. Eindringlich!
Fanny Famos bietet Einblicke in ein Familienleben. Für den Vater jeden Tag dreimal Sonntag, für die krankenpflegende Mutter seit Monaten Dauerstress. Klatschen für die Aufrechten!
Omia Rose entlässt ein fünfstufiges Insektarium in den Raum. Julitage und Julinächte im Jänner. Da schwirren die Libellen, da summen die Bienen, da kommen sogar junge Katzen vor. Tierisch gut.
Jasmin Gerstmayer stellt uns ein paar ihrer Identitäten vor und hat einen hehren Wunsch: Schön wärs, wenn die inneren Identitäten mal was Sinnvolles täten. Schön.

Wir haben ein Finale, das wiederum von Elif eingeleitet wird. Sie gesteht: Ja, ich bin ein Lauch. Wir gestehen: Wir mögen Lauch und wir mögen Elif.
Omia Rose will schweben und beschwört die schwerelose Stille.
Fili Vanilli schenkt uns sunny mother moments die den dusty clouds trotzen.
Leonie May lässt ihr altes Ich aufleben, um das Neue in besseres Licht zu rücken.
Kathi Forstner nimmt uns mit in ihrem Gedankenkarussell, ja, der Kopf macht lustige Dinge und wir wollen mehr davon. Das Publikum ist der Meinung: Kathi Forstner ist eine würdige Jänner-Textstrom Siegerin.
Wir danken dem gesamten Brunnenpassagen-Team und freuen uns auf den Feber-Textstrom.
Mit fröhlichem Juhui – Papa Slam Markus

textstrom poetry slam Wien

textstrom, 9. Oktober 2021 – Es geht wieder rund!

Es geht wieder rund. Studis sind wieder in der Stadt und es darf auch endlich wieder was gemacht werden. Am Samstag, den 9. Oktober 2021 sind wir vom Textstrom-Team extrem positiv überrascht, wie viele Menschen in die Brunnenpassage strömen. Techniker Gerry (Vielen Dank!) kommt mit dem Nachbestuhlen kaum nach. Das Awareness-Team am Eintritt kontrolliert korrekt und zügig. Die Anmeldungen waren schon im Vorfeld zahlreich. Das Publikum ist gemischt und bunt. Alles, wie wir es lieben. Und die Texte erst! Sprachen- und Formenvielfalt. Neulinge, alte Hasen, ein Team, beste Poetry-Slam-Vielfalt. Vielen Dank an alle. Ihr wart großartig. Aber mal der Reihe nach.

Kurz vor Beginn hat sich Kurz verabschiedet. Der Abend war also schon mal gut. Katharina Wenty und Markus Köhle moderierten erstmals gemeinsam und fühlten sich sichtlich wohl miteinander. Die Stimmung war von Anfang an gut und wurde durch Featured Artist Donia gleich nochmal besser. Beim Ö-Slam in Linz gesehen, gleich geladen, denn Mehrsprachigkeit hat sie drauf, wie kaum eine andere. „Führt ein Leben in Frieden zu Kälte im Herzen?“, fragt sie und erhitzt damit jedenfalls die Gefühlstemperatur im Raum.

Claudia widmete ihren Dialekttext ihrem verstorbenen Vater, der jetzt im Himmel Karten spielt und für sie 35 Jahre lang ein Held ohne Umhang war. Stichwort: Bierli.

Das Slam-Team Katharina Püschel und Simon Bauer hatte einiges zum Thema Anfangen und Aufhören zu sagen, es ging aber auch um Ängste und um tanzen und kichern und dazwischen, dazwischen liegt bekanntlich das Jetzt.

Ann Air entführte uns in ihr Elternhaus in Südfrankreich, sie erzählt von ihrem Vater, der ein guter Lehrer und Sportler war und auch gerne sang (alles im 4/4-Takt), dass er überdies die 43-O-Aussprech-Arten im Französischen beherrschte, war ein interessantes Spezialwissendetail.

Nicole Kadlec stellte unmissverständlich klar: The world is fuckt up! Sie thematisierte den Spalt in der Gesellschaft und dass sie sich vor möglichen Fragen einer zukünftigen Tochter jetzt schon fürchtet: Mammi tell me about…

Und vom Englischen ging es direkt ins Italienische mit Sergio Garau. In seiner Flucht-Odyssee ließ er nicht nur Deutsch und Italienisch verschmelzen sondern auch griechische Mythologie und das Ganze wie immer bestechend dargeboten.

Alex hat einen Beziehungs-Analyse-Text loszuwerden, der sowohl Kuss-Hymne als auch Zärtlichkeits-Ode ist. Zwischen uns lautete der Titel und die schöne Kernaussage: So weit entfernt ist nur, was nah war.

Mike Hornyik präsentiert (ob der politischen Ereignisse) fröhlich ein Horrorgedicht. Er träumt von Kickl, bietet ihm aber Paroli und wie! Außerdem wird er im Laufe des Abends mehr als sein hundertstes Buch verkauft haben.
Tatjana berichtete von ihren Erfahrungen auf Singleplattformen und kommt zum Schluss, dass Kennenlernen offenbar nicht mehr in Mode ist, denn vom Geplauder zum Dick-Pic ist es nur ein sehr kleiner Schritt.

Laura Grevel schließlich beschwört den Stoneageman, die Steinzeitmänner und ruft dazu auf Grenzen zu überwinden: Go through, geh durch! Mach weiter so!

Ins Finale schaffen es Ann Air, Sergio Garau und Mike Hornyik. Donia hat nochmal was multilingual klarzustellen, nämlich: Ich bin mehr als die Frage woher ich bin!

Sergio Garau packt diesmal sogar Sardisch aus und wettert über einen Truppenübungsplatz auf seiner Heimatinsel: ein düsteres, starkes Stimmungsbild auf sardisch und in eigener Übersetzung.

Mike Hornyik weiß, was sich alles nicht ausgeht und was alles nicht sein muss, zum Beispiel Tequila mit Ketchup.

Und Ann Air zitiert uns alle zum Diktat. Stracciatellastanitzel ist dabei noch eines der leichteren Wörter. Hippopotamus gehört ohnehin öfter gesagt und geschrieben und ja, der Text war der Höhepunkt!

Ann Air gewinnt den Textstrom Poetry Slam im Oktober und eine Stefanie-Sargnagel-Tasche der Büchereien Wien. Mike Hornyik wird als zweiter mit einer „Ich lese, bis ich verwese“-Tasche von der Wien Bestattung belohnt und alle kriegen Applaus, Bücher, DUMs und viel, viel Liebe!

textstrom am 26. September 2021

Wir beginnen eine neue Saison und freuen uns sehr, dass wir nach vielen Monaten wieder einen Textstrom Poetry Slam in der Brunnenpassage zelebrieren können. Aufgrund weniger Anmeldungen wandelt sie die Doppelmoderation zur Einzelmoderation und der Featured Poet zum Teilnehmer, so gibt es sechs Poet*innen in zwei Runden. Durch den Abend führt Clara Felis.

Das Opferlamm bestreitet die Moderatorin, bekommt Applaus und das Stichwort „Liebe“.

Die erste Runde eröffnet Shafia. Ihr Text geht darüber, was es bedeutet eine Frau zu sein und aufgrunddessen Übergriffe jeglicher Art zu erleben/erleben zu müssen. Sei es im nahen oder auch im fernen Kreis. Die große Frage dahinter, wem kann vertraut werden? Stichwort: Mr. Kacka.

Als zweiter Poet des Abends und eigentlicher Feature Poet liest Soleil einige Gedichte auf Deutsch und Persisch vor. Zitate: „wir wurden ins Meer geworfen, obwohl wir Fische sind. Sie haben uns die Augen verbunden, obwohl wir mit dem Herzen sehen.“ Stichwort: Baumhaftigkeit.

Johannes hat sich spontan entschlossen mitzumachen. Sein kurzes Gedicht ging um Barbaren, die brennen sollen, Konfliket, die leben und Flammen, die auffressen. Stichwort: Barbaren.

Die vierte Poetin Claudia erzählt vom Digitalen Zeitalter und davon, wie wir davon abhängig sind und uns von überarbeiteten Bildern/Fakten verführen lassen. Dabei hat die realte Welt vor dem Fenster so viel mehr zu bieten. Stichwort: Social Media.

Katharina Wenty, eigentlich Co-Moderation und nun Teilnehmende, trägt einen Text vor, den sie ihrer Mutter widmet. In ihrem Leben gibt es Phasen, da ist die Mutter, die Mutter für alle, außer für die eigenen Kinder. Die Nähe erdrückt, die Ferne ist Freiheit. Stichwort: Sterne.

Die erste Runde beschließt Lirow. Es geht um Corona und die Veränderungen und der Wunsch mancher, dass alles so wie früher wird, obwohl es früher nicht unbedingt besser war. Ein Generationenübergreifender Text. Stichwort: Hoffnung.

Pause.

Die zweite Runde wird von Lirow eröffnet. Eine Person namens Strahlend spaziert aus der strahlenden Welt hinaus und erlebt eine andere Welt außerhalb der vertrauten Umgebung. Die eigenen Dämenen kommen auf Besuch, sie gehören dazu. Stichwort: Strahle Männchen.

Katharina Wenty trägt ihren Lieblingstext vor in dem es um den Zyklus von Leben und Tod geht. Das eine kann nicht ohne das andere sein, gegenseitig vollenden sie sich. Stichwort: Symbiose.

Als dritte Poetin der zweiten Runde bringt uns Claudia den Nebel näher, der die Konturen verschluckt und die Gedanken bei einer Tasse Tee kommen und gehen lässt. Stichwort: Nebel.

Johannes hat in der Pause noch kurz etwas geschrieben, bzw. einen alten Text ergänzt und dabei das Thema Mehrsprachigkeit aufgegriffen. Stichwort: fart.

Soleil trägt wieder mehrere Texte vor. Es geht um Hände, die so dunkel wie ein Tunnel sind, doch der Frühling wird herausdämmern. Alle Menschen sind schwanger, deine Schönheit wächst in mir, wer wird/will mich gebären. Der Tod ist der stille Fahrgast. Stichwort: Fahrgast.

Shafie eröffnete den Abend und beschließt ihn mit einem Text über die Doppelmoral. Brigitte stellt sich auf der einen Seite als weltoffene Kosmopolit*in dar und auf der anderen Seite tut sie sich aber schwer, wenn ihr gegenüber nicht Brigitte heißt. Stichwort: Brigitte.

Per Applausentscheidung gewinnt Katharina Wenty.

Es war ein schöner Abend, vielen Dank für die Texte, für den Raum der Brunnenpassage, für den vielklingenden Applaus.

Der nächste Textstrom findet am Samstag, 9.10. statt.

Winzer Slam 3 - Langenlois

Winzer Slam 3 – Langenlois

Nicht nur Wien ist diesen Sommer super unterstützend, was die Slamily betrifft. Auch Niederösterreich legt sich ins Zeug. Martin Vogg lädt uns im Rahmen von Kultur beim Winzer zu 4 Poetry Slams nach Niederösterreich ein: Winzer Slam – der Poetry Slam mit Weinbegleitung.

Jonas Scheiner moderiert und darf sich über ein tolles Lineup freuen:
Wolfgang Kühn – dialektkundiges Slamurgestein, Langenloiser der Herzen, Autor und Musiker
Isabella Scholda – mathematikaffine Slammerin, die schon Meisterschaften für sich entschieden hat und uns sowieso immer willkommen ist
Mike Hornyik – Slammer, Radiostimme, leiwander Typ und hat grad jemand Meisterschaft gesagt? Er ist Teil des Orga-Teams der Wien-Niederösterreich-Burgenland Meisterschaft —– informiert euch gerne!

Isabella Scholda gewinnt den Slam, beim Finale ist sie aber verhindert und wird von Wolfgang Kühn vertreten!

Danke ans Weingut Nastl für die Gastfreundschaft!

Winzer Slam 3 - Langenlois

Winzer Slam 2

Winzer Slam 2 – Traismauer

Nicht nur Wien ist diesen Sommer super unterstützend, was die Slamily betrifft. Auch Niederösterreich legt sich ins Zeug. Martin Vogg lädt uns im Rahmen von Kultur beim Winzer zu 4 Poetry Slams nach Niederösterreich ein: Winzer Slam – der Poetry Slam mit Weinbegleitung.

Der zweite Slam bringt uns ins Schloss Traismauer, in die WeinArtZone am Hauptplatz

Die Location ist super, die Stadtführung findet wegen Regen indoors statt und begeistert uns mit Liebe für Latein und für Details.

Der Wein wird vor dem Slam verkostet. Markus Köhle moderiert, Mieze Medusa opferlemmingt und rechnet. Die Winzer, die ihre Weine präsentieren, können mit dem Schmäh der Slammerinnen absolut mithalten:

Fanny Famos, Barbara Lehner und Anika Pippilotta starten und das Wetter hält. Nein, wir werden nicht verregnet, ja, wir haben jede Menge Spaß.

Alle drei Slammerinnen sind souverän, witzig, nachdenklich, laut, leise, politisch, lebendig und was uns sonst noch an tollen Adjektiven einfällt. Es zeichnet sich ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Barbara Lehner und der Siegerin Anika Pippilotta ab!

Herzliche Gratulation, Anika Pippilotta!
Wir freuen uns auf deinen Auftritt beim Finale in Unterstockstall!

Winzer Slam 2 - Traismauer

Winzer Slam 1

Winzer Slam #1 – Der Poetry Slam mit Weinbegleitung

Nicht nur Wien ist diesen Sommer super unterstützend, was die Slamily betrifft. Auch Niederösterreich legt sich ins Zeug. Martin Vogg lädt uns im Rahmen von Kultur beim Winzer zu 4 Poetry Slams nach Niederösterreich ein: Winzer Slam – der Poetry Slam mit Weinbegleitung.

Sue Sunshine, Lena Haiden, Elodie Arpa slammen beim Winzer Slam 1 – Dem Poetry Slam mit Weinbegleitung vor spektakulärer Kulisse!
Die Siegerin heißt Sue Sunshine! Wir sehen uns im Finale wieder!

„Wir sind der Meinung, das ist Spitz“ -> so heißt Markus‘ Blogbeitrag zu dem Abend. Es war urschön.

Mieze Medusa & Markus Köhle moderieren.
Danke für Texte, offene Ohren und Wein!

Das Donauschlössel ( Donaulände 3, 3620 Spitz ) legen wir euch jederzeit ans Herzen, die Winzer-Familie ist sehr freundlich, der Wein war gut, die Terrasse hat unser Herz erfreut!

Winzer Slam 1

textstrom beim Kultursommer Wien 2020

#wiendrehtauf – textstrom Poetry Slam #1 & #2 im Rahmen des Kultursommer Wien

An zwei Abenden tritt textstrom Poetry Slam im Rahmen vom Kultursommer Wien auf.
Am Eröffnungsabend auf der großen Bühne in Oberlaa und ein zweites Mal vor der spektakulären Kulisse des Riesenrads.
Soviel Wienliebe!
Ein riesengroßes Dankeschön an das Team vom Kultursommerwien, wir fühlen uns gesehen und unterstützt und haben das Programm als Publikum und als Auftretende extrem genossen!

Mit dabei waren am 9.7.2020 auf der Hauptbühne in Oberlaa: Elif Duygu, Anna Hader, Henrik Szanto, Janea Hansen, Sarah Anna Fernbach und Andreas Plammer und die Moderatorin Mieze Medusa.

Markus Köhle hat auf seinem Blog einen sehr herzlichen und persönlichen Nachbericht geschrieben. Schaut euch das an!

Das zweite textstrom Special fand am 24.7.2020 auf der Kaiserwiese im Prater statt.
Das Wetter war besch*ssen, ihr ward toll und da und überhaupt: Danke für eure Texte an: Simon Tomaz, Lena Johanna Hödl, Barbara Lehner, Mike Hornyik und Fanny Famos!
Wieder hat Mieze Medusa moderiert, wieder hat Markus Köhle ein paar Fotos gemacht und erzählt, was ihm gefallen hat! -> Nachbericht!

Danke von Seiten der textstrom Slamily an den Kultursommer Wien. Es war uns Ehre und Freude und überhaupt! #wienliebe #kultursommerwien