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Mehrsprachigkeit verleiht uns Flügel – textstrom im Jänner 2018

Wie schön ist denn bitte der Slam in der Brunnenpassage. Soviele neue Gesichter, einige davon sind schon keine neuen Gesichter mehr, weil sie wiederkommen und wieder mitmachen. Auch die etablierten Slammer und Slammerinnen fühlen sich willkommen und schmeißen ihren Namen in den Hut und hoffen auf Losglück. Weil uns das sowas von gefreut hat, haben wir alle 12 Starter_innen drangenommen, wir wollen ja niemanden wegschicken.

Moderation übernehmen Mieze Medusa & Yasmin Hafedh, ihr Slam-Team MYLF (Mothers You’d Like to Flow with). In ihrer Performance sprechen sie eine klare Anleitung für den Weltuntergang aus: „Wenn die Welt untergeht, dann zieh nach Wien, dort geht sie 50 Jahre später unter.“ Ist übrigens ein Zitat und zitieren darf man beim Slam. Arbeitsanweisung: Das Zitat googeln und in die Bücherei gehen, vom zitierten Menschen ein Buch ausleihen.

Startnummer 1: Adina Wilcke erzählt laut Eigenaussage Witze, über die selten gelacht wird. Es geht um Stille und ein Brett zwischen uns, das Brett vor dem Kopf…

Baghar reist atemlos durch die U-Bahn und trifft auf eine Frau, die den Tod sucht.

Maike will einmal alles, aber bitte vegan. Sie weiß, was sie will, sie will den Tellerrand entdecken und ohne Sicherung drüber fliegen.

Alina ist Elementarpädagogin und erzählt von ihrer Arbeit mit Flüchtlingskindern.

Katastrophe setzt auf die Vielsprachigkeit und erzählt auf französisch und englisch über Afrika. Stichworte: Kind, Essen, Berg

Til raucht einen Moment für sich, weil er länger nicht mehr geslamt hat und sich jetzt so freut. Dann zieht er reimend in die Schlacht, für den König, der weit weg ist. Ein Text in Computerspielästhetik.

Markus Köhle kommt zurück in die Herkunft und seine kommt darauf Ankunft ist ganz klar: Ab ins Finale.

Harlekin rockt mit einem Gedicht über die Hopi-Indianer, die keine Hobby-Indianer sind. Lord wüst ma kan Benz kaufen, übrigens auch ein Zitat. Arbeitsaufgabe: Googelt das Lied.

Fräulein Hahnkamper setzt in ihrem Text auf Körpersprache und Stimmbeherrschung. Time fly, time fly, heart speeks secret languages.

Simon Tomaz erzeugt Kollateralkichern und micht sich Sorgen um österreichische Sorgen und gratis Marihuana. Auch er zieht ins Finale ein.

Memo, denkt über das Willkommen sein nach: Schön, dass du da bist, Asel. Ein Text der Sorgen macht, was los ist in unserer Heimat, wenn ein frischgeborenes Baby beschimpft wird, nur weil die Mutter Kopftuch trägt. Ab ins Finale.

Mohammad gewinnt den (inofiziellen) Preis für die beste Einleitung: „Wo ich gehört habe, dass jeder schreiben kann, da hab ich angefangen.“ Genau darum geht’s. Im Text dann um die Liebe: „Ja ja ja, ich liebe es geliebt zu werden.“

Danach bringen MYLF noch ein Plädoyer für die Mehrsprachigkeit. Im super spannenden Finale setzt sich Markus Köhle knapp vor der zweitplatzierten Memo und dem drittplatzierten Simon Tomaz durch.

Es war ein wunderschöner Abend. Wir wollen mehr von euch allen hören und freuen uns auf dich und deine Texte beim Februar-Textstrom!
Alle Fotos gibt es übrigens direkt bei unserem Flickr-Account. Gemacht hat sie übrigens die großartige Claudia Rohrauer.

textstrom Poetry Slam Januar 2018